Elektromobilität 2017

Die letzten Wochen und Monate geistert der Begriff der Elektromobilität immer mehr durch unsere Medien und durch die Gesellschaft. Dabei fällt mir immer wieder auf das berichtet wird was nicht funktioniert. Keine Reichweite, keine Infrastruktur, keine einheitlichen Ladesysteme usw. Ich muss gestehen das ich genauso gedacht habe. Doch der Kauf meines Twizys änderte dies schlagartig. Zwar war ich verunsichert wenn ich mal ein paar Kilometer von daheim weg war wie und wo ich laden soll. Allerdings hat der Twizy einen Schukostecker und die Schukosteckdose ist in jedem Haushalt mehr vertreten als es im jeweiligen Ort Tankstellen gibt. Schuko ist das was wir im Alltag kennen und jedes unserer elektrischen Geräte besitzt. Also wenn mal echt der Akku leer ist, einfach klingeln. Das dies sogar Europaweit funktioniert hat erst vor ein paar Wochen Bandick Juers ( Link zum YouTube Channel ) aufgezeigt der mit seinem Twizy 6300km durch Europa gefahren ist und sogar die Bergpässe der Alpen mit diesem überwunden hat. Es ist mir auch klar das er das mit kompromissen der Bequemlichkeit getan hat. Allerdings hat er auch ein Zeichen gesetzt und viele Vorurteile beseitigt.

Durch meinen Twizy bin ich selbst ein kleiner Fan der Elektroautos geworden. Vorneweg natürlich der Tesla. Mir geistert seit 2 Jahren der Gedanke durch den Kopf das ich mir einen Audi R8 zulegen will. Doch inzwischen bin ich auf dem Tesla Model S Trip. Denn keiner der Teslafahrer die ich kenne hat Reichweitenprobleme oder anderweitige Probleme. Zwar gibt es den ein oder anderen der technischen Probleme hat doch die gibt es auch bei VW und BMW. Als Model S Fahrer hat man aktuell auch noch die Tesla Ladekarte für die Supercharger zum kostenfreien Laden. Davon gibt es in Europa inzwischen auch richtig viele weshalb man mit dem Tesdurchla in Europa fahren kann wie mit jedem anderen Auto auch. Dazu kommen Beschleunigungswerte zwischen 2,8 und 4,4 Sekunden auf 100km/h. Da kann der R8 kaum mithalten.

Bandick Juers ist für mich so ein Typ Mensch der ein Thema nicht nur anspricht sondern auch in die Tat umsetzt. Ich wollte auf dem Weg nach Amrum, wo ich ein paar Tage dem Alltag entfliehe, bei Bandick vorbeischauen da seine Familie ein paar schöne Häuser und Zimmer hat die sie vermieten. Doch das außergewöhnliche ist das sie voll auf Elektrofahrzeuge umgestiegen sind und ihren Strom direkt von einem grünen Energieversorger beziehen. Also Naturstrom Pur. Sie haben 2 Renault ZOE und 2 Twizy die sie auch an Gäste vermieten. Dazu gehört eine kleine Ladestation an der Außenfassade der Garage. Ich durfte den ZOE am ersten Abend kostenfrei zum Einkaufen nutzen und war sofort begeistert.

Es ist kein Unterschied zum Benziner außer das der Durchzug stärker ist ( das Schalten fehlt ) und er leiser ist. Ab ca. 50km/h ist die Lautstärke allerdings die gleiche durch den Fahrtwind. Die Reichweite ist bei ca 180km nicht die weiteste. Allerdings für das allermeiste total ausreichend. Wer weiter fahren will muss sich bei Renault dann den ZOE mit größerem Akku kaufen. Der Preis liegt bei ca 4€-6€ pro 100km. Unschlagbar im Vergleich zu einem Verbrenner.

Was mir immer wieder auffällt sind diese Halbwahrheiten und die Stimmungsmache in den Medien. Wenn ein Vergleich zwischen einem Tesla und einem Benziner gemacht wird in der CO2 Bilanz, fehlen bei dem Benziner z.B. die CO2 Werte bei der Treibstoffherstellung sowie z.B. die Ölwechsel. Es wird nur das Auto genommen in der Herstellung. Ja das Elektroauto ist aktuell bei der Herstellung noch nicht ganz so grün. Das ändert sich allerdings täglich. Es werden neue Akkus entwickelt ohne seltene Erden. Solar und Windkraftwerke nehmen immer mehr zu und erreichen jedes Jahr einen höheren Wirkungsgrad. Wir müssen etwas tun. Ob es nun am Ende das Elektroauto sein wird oder etwas ganz anderes, werden wir sehen. Der Benziner wird es jedenfalls nicht sein. Das müssen wir einfach begreifen. Die Tage der fossilen Brennstoffe sind angezählt. Glaubt bitte nicht alles was in den Leitmedien so über die Elektromobilität erzählt wird. Geht zu einem Autohändler und überzeugt euch selber.

Wie es allerdings nicht funktionieren kann sieht man z.B. in meiner Heimatgemeinde Rödermark. Wir haben seit ein paar Wochen endlich 2 Entega Ladestationen. Ich habe sie auch getestet und sie funktionieren super. Allerdings sind sie an unmöglichen Stellen, hinter der Kulturhalle  (schwer zu finden) und auf einem Festplatz weit ab von Einkaufsmöglichkeiten. Ladestationen müssen da hin wo das Auto gepart wird. Das Konzept der betankung ist bei Elektroautos ein anderes. Es wird dann geladen wenn es steht. Das tut es die meiste Zeit seines Lebens. Also muss die Ladestation da hin wo wir es parken um unseren Alltag zu erledigen. Es ist allerdings positiv das wir überhaupt etwas bekommen haben. Doch wer auf der Durchreise ist um sein Auto zu laden, wird nicht den Umweg über Rödermark nehmen sondern am Autohof stehen und die Schnellladestation nutzen.

 

 

 

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