Vandalismus und der rechte Ruck?!

Diese Tage stehen wieder im Zeichen von Menschen mit wenig IQ. Ich muss das in aller Deutlichkeit sagen. Vor ein paar Monaten die Demontage der Kulturhallenbeschriftung, jetzt die Telefonzelle in Rödermark und  Jens Zimmermann MdB ( SPD ) sein Wahlkampfbus der mit Hackenkreuzen versehen wurde. Dabei spielt es keine Rolle das er von der SPD ist das ich das jetzt schreibe. Ich würde dies auch tun wenn Frau Lips von der CDU betroffen wäre.

72 Jahre nach Kriegsende und einer Zeit die das schrecklichste im Menschen hervorgebrach hat, sollten wir doch im Stande sein gelernt zu haben. Es ist auch keine Zeit, meiner Meinung nach, der Ursache auf den Grund zu gehen. Es ist die Zeit aufzuklären. Manchmal glaube ich das einige Menschen keine Vorstellung und kein Wissen haben was es heißt, ein Hackenkreuz zu malen. Nicht so eine dumme Beschmierung auf einer Schultoilette sondern gezielt auf einen Gegenstand zur Diffamierung eines Menschen. Es ist nicht nur einfach ein Symbol aus der NS Zeit. Es ist ein Symbol für Massenvernichtung, Leid und das schlimmste was aus einem Menschen hervortreten kann. Haben die Menschen, die den Bus von Herrn Zimmerman verunstaltet haben darüber nachgedacht und sich damit mal auseinander gesetzt? Sind es politische Gegner? Das spielt hierbei keine Rolle. Herr Zimmermann ist alles andere als ein antisemitischer Kandidat. So wie ich ihn kenne ist er ein guter Zuhörer und Weltoffen. Also genau das Gegenteil von einem Politiker aus der braunen Ecke und das muss ich in aller deutlichkeit auch mal sagen. Diese haben nämlich niemals zugehört und waren nur Weltoffen wenn es um eigenes Territorium und die eigene Rasse ging. Wer mich kennt, weiß das ich mich sehr für die Zeit 1933-1945 interessiere und viele Gedenkstätten besuche. Auschwitz, Dachau, Laboe, Omaha Beach, Oradour usw. alles Orte die ich besucht habe. Ich will etwas über die Beweggründe und Menschen wissen, Täter als auch Opfer. Ich möchte solch eine Zeit der Propaganda und des Leids nicht wieder haben und ich möchte den Menschen denen ich begegne, davon berichten können, aufklären. Viel zu viel Wissen ist nicht mehr vorhanden und wird nicht in der nötigen Menge unterrichtet. Auch heute hört man wieder Menschen die von der tollen DDR erzählen. Das erschüttert mich. Politisch gesehen verfolge ich mit Sorge die aktuellen Gedanken manches CDU Politiker und manch eines Bundesbürgers die die totale Überwachung haben wollen bzw. den Datenschutz gegen 0 fahren wollen. Auch beim Bücherschrank habe ich gelesen das eine Mitbürgerin genau wegen solch einem Vorfall für die totale Überwachung ist. Ich kann nur eindringlich davor warnen. Man kann nicht von Freiheit reden wenn irgend ein fremder vom Staat bezahlter Mensch, in seinem Büro, jederzeit Zugriff auf Videodaten von mir hat und mich live verfolgen kann. Das ist dann nicht nur eindringen in die Privatsphäre sondern auch in die Intimsphäre. Dann haben wir die DDR wieder und sind nicht weit von einer Staatsgewalt entfernt die wir schon einmal hatten. Freiheit und Demokratie muss mit solchen Dingen fertig werden, auch wenn es manchmal richtig Hart ist.

Der Bücherschrank in Rödermark ist ein ganz anderes Thema. Hier stand kein rechter Hintergedanke im Vordergrund nach jetzigem Wissen. Bei brennenden Büchern wird man allerdings schon an die Buchverbrennung von 1933 erinnert. Aber bei dem IQ der Straftat bezweifle ich das das vorhandene Hintergrundwissen zur Tat von 1933 vorhanden war. Was es war, werden wir vermutlich niemals erfahren. Jugendstreich ohne nach zu denken? Pubertierende Männer? Gruppenaktion aus Langeweile? Vandalismus hat auch Samuel Diekmann bei seinem BM Wahlkampf erleben müssen. So waren es über 100 Wahlplakate die beschmiert waren in einer gezielten Aktion. Also kein Jugendstreich mehr. Es ist für mich erschreckend zu sehen wo Rödermark bzw. unsere Gesellschaft insgesamt hinwandert. Es tendiert wieder genau dahin wo wir in den 1930er Jahren schon einmal waren. Feindbilder werden versucht zu erzeugen und es wird gesetzesuntreu dagegen vorgegangen. Die Hemmschwelle ist bei den aktuellen Ereignissen nicht vorhanden. Das dabei immer ein Mensch in Fokus steht der Gefühle und Ängste hat, fällt hinten runter und wird gänzlich missachtet. Egal ob es ein Herr Zimmermann ist oder die Organisatoren des Bücherschrankes. Alle haben Einsatz gebracht und Zeit aufgewendet. Keiner von beiden hat jemandem geschadet. Die einen machen etwas für die Allgemeinheit und Herr Zimmermann für seine weitere politische Laufbahn.

Ich bin auch ein Mensch der gerne mal einen rauen Ton anschlägt. Aber ich stelle mich den Personen oder dem Geschehen persönlich und mache keine Aktionen die feige sind oder hinterhältig. Gerne würde ich dem Brandstifter nachts auf frischer Tat ertappen. Vielleicht lege ich mich ab sofort ab und an auf die Lauer wenn wir einen neuen Bücherschrank haben. Den MUSS es einfach geben, sonst zeigen wir das die Täter gewonnen haben. Der / die Täter sei/en gewarnt!!!

Natürlich gab und wird es immer Vandalismus geben. Was mir aber Sorge bereitet ist die niedrige Hemmschwelle die die Menschen dabei haben. Nur zu tief liegt mir noch der sinnlose Mord an Timo Hinrichs an der Billardstubb/Urberach am 1 Mai 1999 in Rödermark im Hinterkopf. War es genauso wie die jetzigen Taten, ohne Hemmschwelle und mit niederen Beweggründen, eine sinnlose Tat.

Unsere Gesellschaft darf keinen Platz für Hass gegen Menschen haben. Das Problem von zunehmendem Vandalismus und zunehmender rechter Straftaten kann und muss gesellschaftlich gelöst werden mit den staatlichen Hilfsmitteln. Wir alle sind mit verantwortlich wenn wir uns verdummen lassen. Das Internet bietet auch große Möglichkeiten der Aufklärung. Nutzt sie bitte. Damit machen wir es uns alle etwas leichter in den sowieso schon schwierigen Zeiten in denen wir leben.

 

Ich weise nochmals auf meinen Spendenaufruf hin für einen neuen Bücherschrank.

 

Bernd Benemann

 

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